Nach meiner Ankunft in Melbourne am Montag den 25. August habe ich noch sechs Tage in und rund um die Stadt verbracht. Der Frühling ruft hier auf der Südhalbkugel, und bei Schönwetter habe ich viele Spaziergänge unternommen – hier ein Bild vom Federation Square, in dem sich die National Gallery mit zeitgenössischer und australischer Aborigines-Kunst befindet. Diese zeichnet sich vor allem durch das Verwenden von Symbolen, Farbkreisen, Punkten sowie die Abwesenheit von Horizonten ab: Der Mensch ist eins mit dem Land und all seinen Lebewesen.
Dieser Blick gilt der Skyline von Melbourne vom sogenannten Shrine of Rememberance, der den Opfern Australien während des ersten bzw. Zweiten Weltkriegs gedenkt. Davor habe ich den Strand der Stadt in St. Kilda besucht und dabei die Zehen in den Sand gehalten ... das Meer lud jedenfalls noch nicht zum Baden ein! Aber ein Eis ging sich schon aus ;)
Melbourne ist weiter eine Stadt der großen Dimensionen, ja beinahe amerikanisch- so gemerkt, als ich für ein Fruchteisgetränk einen ganzen Nachmittag brauchte ... und sie besitzt den ‚höchsten Wohnturm‘ der südlichen Hemisphäre, den meine Freundin Christina aus Berlin und ich abends hinauf sind: 88 Stockwerke, mit einer Aussicht über die glitzernde skyline die mich ein wenig an Las Vegas erinnert hat ...
Vergangenen Samstag haben wir uns dann ein Auto gemietet und sind hinaus in den Dandenong-Eukalyptus Wald sowie das Yarra Valley mit seinen vielen Weingütern gefahren. Schon die ersten Siedler fanden Gefallen am Weinbau hier, und die Geschichte des größten Betriebes – Moet & Chandon – geht über 100 Jahre zurück ... Nun muß ich einräumen, dass wir uns dort auch am längsten aufgehalten haben und bei einer leckeren Verkostung von Sekt & Rotweinen ganz schön lange versumpft sind,hehe.
Die darauffolgenden beiden Tage sind wir dann entlang Australiens berühmter Great Ocean Road gefahren. Berühmt, weil dort einer der bekanntesten Surfstrände Australiens liegt: Bells Beach in Torquay, auf dem wir auch etliche Surfer ‚bei der Arbeit‘ beobachten konnten!
Vor dem Regen sind wir dann auch in das Surfmuseum in Torquay geflüchtet, das die Geschichte und den Werdegang herausragender Surfer, Wellen rund um den Globus sowie die Entwicklung des Surfbretts beschrieben hat. Eine ganz eigene Kultur die wir da kennen gelernt haben ...und Australien hat ja doch auch einige berühmte Surfer hervorgebracht (deren Namen mir jetzt leider nicht mehr einfallen-ups!)
Vorbei an Schildern mit Känguruhs - 50m! haben wir dann in Apollo Bay Halt gemacht- leider ohne Känguruhs zu sehen! Die kamen dann erst später ...und landeten vorher 2x auf unseren Tellern!! Welch eine Schande. Aber das Fleisch hat gut geschmeckt- dunkel wie Rindfleisch, und geschmacklich einzigartig *g*.
Hier sieht man ein Foto, das einen sogenannten ‚Treetop Walk‘ zeigt: Dabei geht man entlang einer Stahlkonstruktion zwischen 25 und 45 Meter über dem Boden und hat so die Möglichkeit, australischen Urwald aus der Vogelperspektive zu erleben! Fantastisch da man ein Gefühl für die einzelnen Stockwerke des Waldes bekommt ... von Moos, Baumfarnen, Buchen bis hin zu den hoch aufschießenden Eukalyptus- und Gummibäumen, die über 60 Meter hoch werden ... und dementsprechend im Wind schwanken- unglaublich wie sehr sich die Stämme bzw. Wipfel in 30m Höhe bewegen!
Das nächste Bild zeigt nun die Känguruhus- Juhuu! Und diese Tiere hüpfen wirklich so grazil, wie man es erwartet bzw. im Fernsehen gesehen hat- kratzen sich den Bauch- stützen sich auf ihrem langen Schwanz ab- grasen am Boden ... gesehen im Nationalpark namens Wilsons Prom‘, der sich ganz an der Südspitze der australischen Südostküste befindet. Dieser lag für mich schon auf dem Weg nach Sydney: Mit OzExperience, dem backpacker bus, bin ich günstig mit einer Gruppe von ca. 10 anderen Reisenden aufgebrochen. Inklusive einem klassichen Ozzie als guide (surfer, relaxt, breiter Akzent!) der hier auch seine ‚Schneeketten-Anlege-Fähigkeiten‘ unter Beweis stellen musste:
Auf der Passtrasse in die Snowy Mountains (Great Dividing Range mit dem höchsten Berg Australiens, 2200m) gab es zwar keinen Schnee, aber jede Menge Schlamm und keine gesicherten Absperrungen... sprich ein paar Mal sah es so aus, als würden wir gleich den Hang neben uns hinunterrutschen... das fühlte sich dann ein wenig, nun ja, wirklich abenteuerlich an, im Sinne des Adrenalins das mir da ein paar Mal durch die Adern schoß!
Weniger abenteuerlich war die Tatsache, dass entlang der fast 1000 km nach Sydney viele tote Tiere (Känguruhs und andere, kleine Beuteltiere) an der Straße lagen und diese absichtlich liegen gelassen worden sind, damit ‚die anderen Känguruhs kommen können und trauern‘... :(
Unser guide namens ‚Joe‘ (so hieß er glaub ich- seine Aussprache ließ mehrere Vermutungen über seinen Namen zu!) erzählte mir auch viel Interessantes über seine Arbeit mit Aborigines-Gemeinschaften im Zentrum Australiens- von Orten die man erst nach 1000 km einsamen Weges erreicht (und wo ‚alles passieren‘ kann- Panne, Schlangen, Wassersuche, etc.) und dem Problem Tourismus und eingeborene Kultur, die dort wirklich noch gelebt bzw. praktiziert wird. Auch galten Aborigines bis in die 60er Jahre des 20. Jhds. Nicht als vollwertige Menschen, geschweige denn Staatsbürger: Das ging bis zu der wahnwitzigen Aktion, dass ein Aborigines Künstler 1958 erst zum Staatsbürger erklärt werden musste, damit ihn die Queen während ihres Besuches offiziell in Empfang nehmen konnte. Aborigines durfte man auch jagen und erschießen ohne daß einem der Prozeß drohte ... und bis 1988 gab es ‚childcare homes‘, in denen Kinder erzogen wurden, die den Aborigines weggenommen wurden um sie nach westlichem Schema zu erziehen ...der Film ‚Rabbit-Proof Fence‘ handelt ebenfalls von diesem Misstand; wenn man ein wenig tiefer gräbt, mit den Leuten spricht und sich in den Museen informiert (hier zuletzt ein Bild vom Nationalmuseum Australiens in Canberra) so kommt einiges zutage, was unter die moderne ‚Glitzer & Glamour‘-Welt geht, die die funkelnden Städte Australiens vermitteln. In denen 85% der Australier leben und 90% keine Ahnung von der Kultur des Landes früher als das 18. Jhd haben ... geschweige denn von der Realität der Aborigines heutzutage.
So etwas macht mich immer noch wütend ... und stimmt mich fraglich, was die Australier dann wohl als ihre Identität bezeichnen- wenn sie in der Schule europäische Geschichte lernen und ein nettes Surfer- & Naturimage genießen?
:)
Anyway. Ich verabschiede mich aus dem regnerischen Sydney und melde mich schon bald wieder ‚von drüben‘, dem 3000 km entfernten Neuseeland.. alles Liebe und Gute zum Frühlingsanfang down under,
eure Elli!
1 comment:
¡Hola, Elena!
Gracias por este maravilloso blog.
Lo que acabo de leer sobre la situación de los aborígenes lo tenía totalmente olvidado.
Ahora sí que recuerdo haber leído un artículo sobre los niños de los aborígenes que eran separados de sus familias para ser educados en familias de estilo "Occidental".
La verdad es que lo que cuentas es sorprendente porque apenas tengo registradas noticias de problemas sociales en Australia.
:D Bueno, Eli, espero que estés disfrutando mucho y que nos sigas contando.
Un abrazo desde Madrid
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