Thursday, 10 July 2008

Family Journey I


Von Auckland aus haben wir unsere Reise am Freitag den 4. Juli um 9 Uhr morgens gestartet.. Nachdem ich meine Eltern sowie Julian und Christine vom Flughafen abgeholt habe, mussten wir uns erst mal zum Hotel in der Stadt das für zwei Nächte gebucht war, durchkämpfen (truck Streik in der Innenstadt-gleich was für die Kamera!).
Dafür verlief restliche Zeit ruhig mit winterlichem sightseeing: kurze Tage, kühles Wetter, frühes Schlafengehen und warmes Essen (Thai, Suppen, Kaffee, Muscheleintopf...;-)


Von dort aus bin ich dann mit Mama & Papa auf die Coromandel Halbinsel gefahren, deren Höhepunkt die Besichtigung der Küstenfelsen von Cathedral Cove war 
(auf dem nächsten Bild zu sehen). Hier ist Mama auf der Fahrt mit dem "Driving Creek Railway"- ein Töpfer hat in 27 Jahren Arbeit (!) eine Zuglinie nahe der Stadt Coromandel gebaut, um sich regelmäßig Tonerde für seine Skulpturen zu beschaffen... und daraus nun eine kleine Touristenattraktion bzw. Geldeinnahmequelle für ein lokales Aufforstungs/Tierschutzprojekt gestartet.

Einen Tag später waren wir dann entlang der spektakulären Ostküste dieser Halbinsel im Norden Neuseelands wandern... "Cathedral Cove" weil eine Höhle in den Felsen dort wie die spitz zulaufenden Bögen einer Kathedrale aussieht.


Dort haben wir auch den berühmten Silberfarn Neuseelands entdeckt, der auf beiden Inseln weit verbreitet ist: Mama hält hier eine "Koru" in der Hand, das ist der pelzige Farnspross im Inneren der Pflanze der mir schon so oft als Motiv für meine kreativen Werke hier gedient hat:-)


Von dort sind wir dann weiter ins dampfende Rotorua im Inneren der Nordinsel, das für seine weit verbreiteten
geothermalen Aktivitäten steht (Geysire, blubbernde Schlammpfützen, dampfendes heißes Wasser das in Form von Flüssen oder kleinen Seen (pools) aus der Erde kommt.. Hier stehen wir vor dem Stadtpark, der mehrere dieser heißen Quellen umfasst. Heiße Sache- und über allem der schwefelige Geruch nach faulen Eiern... hm :-) "you'll get used to it", sagen die Einheimischen. Na dann!

In Taupo mitten im Zentrum der Nordinsel haben wir uns dann alle wieder getroffen (Julian & Christine haben statt der Coromandel Halbinsel gleich einen Tag länger in der Gegend von Rotorua verbracht) und eine Nacht im modernen "spa chalet" des Taupo deBretts Spa Resort verbracht, wo ich ein paar Wochen zuvor bereits erste Kontakte geknüpft habe (mystery guest Analyse, Einladung an den Strand von Ohiwa Beach von den Resortbesitzern...)
Die heißen Quellen waren abends einfach nur super und standen in starkem Kontrast zu dem Eis auf der Scheibe, das wir am nächsten Tag bei 0°C abkratzen mussten... 
der Winter mit Blick auf DIESE BERGE lässt grüßen !!!

Dieses Bild entstand bereits im Rahmen der 2-Tages-Eco-Cultural Forest Tour / Go Bush Lodge mit Richard & Ngahuia von PureORAwalks, welche wir am Dienstag/Mittwoch, 8. und 9. Juli gemeinsam angetreten haben. 
Das war echt spitze!!!

Hier sind wir zunächst von den Veranstaltern der Tour, Richard, Ngahuia und Danny, mit kleinen Buggies sowie einem Jeep, in Empfang genommen worden. Ein Stück der Fahrt (10 km, dann 5 km Wanderung zur Hütte mitten im Wald nahe des Tongariro National Park) durfte Julian sogar selber so einen Buggy fahren hehe- jede Menge Aufregung, über Stock und Stein, vom Wasser/Eis ausgewaschene Wege, etc.
 Dafür aber mit herrlichem Wetter !!
Danny hier ist wie Richard und Ngahuia vom Stamm der örtlichen Maori und Besitzer der Waldflächen, in denen die Wanderung stattfand. 
Mit dabei in unserer Tour war eine Übernachtung in der sogenannten "GoBush Lodge", die im Sommer ein passables Camping bzw. Jagdquartier darstellt- und im Winter mit heißen Feuer, warmer Suppe und wollenen (Schafs)decken auch beißenden Minusgraden trotzt... erfroren ist niemand, bis auf das Wasser frühmorgens aus dem Hahn am Klo... hm!

Die Wanderung selbst war wie gesagt ein Traum und führte uns bergauf bergab durch einsamen, wunderschönen neuseeländischen Urwald ! Vom Baumfarn bis zu den heimischen Giganten wie Matai, Totara, Rimu und Kahikatea haben wir auch Pflanzen "verkosten" gelernt und seltenen Vogelstimmen gelauscht... sonst drang aus der Ferne echt absolut kein Geräusch durch! Winterliche Stille, Eiseskälte, Reif auf dem Boden sowie der immergrüne Kontrast der Naturwälder dazu gab nochmals ein wunderschönes Bild ab, das wir in einem Teil der Wanderung auch alleine und still erlebt haben (der Reihe nach, mit Abstand über einen Fluss dessen Überquerung wir zwei Mal zu meistern hatten- Kletterkünste bzw. Kreativität im Nicht-Nass-Werden inklusive;-)

Ngahuia (hier auf dem Bild im roten Pullover) war eine fantastische Führerin und hat uns mit den verschiedensten Geschichten und eindrucksvollen Schilderungen die Natur und Kultur des Ortes näher gebracht. Dazu zählten Dinge wie welche Pflanze besitzt welche medizinische/kosmetische/"essbare" Eigenschaft? Wie haben die Maori hier früher ge- bzw. überlebt? Was stand auf der Speisekarte? (Kereru-Waldtauben, Aale aus den Flüssen, sogar Bier das man aus dem Stamm des Matai-Baumes "zapfen" kann, kannte man schon;)- auch Wein aus vergorenen Beeren.. mmh. 

Wir selbst haben traditionelles Hangi bekommen, ein im Boden in Tücher und Farnpflanzen eingegrabenes Essen das von heißen Steinen gewärmt und in mehreren Stunden gekocht wird (Fleisch, Kartoffel, Gemüse... zart und lecker!)
Das war wirklich gut, und ein außergewöhnliches Erlebnis !! Dazu gab's auch einen Kuchen der (ebenfalls in der Erde!) gebacken serviert wurde, allerdings nicht so flaumig wie im Ofen endete,hehe.

Am nächsten Tag sind wir dann nochmals einige Stunden zu einer weiteren Hütte, der "Aotearoa Jagdsafaris" Hütte marschiert, wo es neben lunch auch frischgeschossenes Wild zu besichtigen gab.. mmh. Julian und Christine sind dann auf einem Pferd ausgeritten! und zu guter Letzt wurden wir mit Jeeps wieder hinaus aus dem riesigen Waldgrundstück zurück zum Auto gebracht, 

von wo es vorbei an den majestätischen Vulkanbergen Tongariro, Ngaurahoe und Ruapehu (mit Neuseelands größtem Schigebiet im Winter) wieder zurück nach Taupo ging. 

Und dort erlebten wir einen weiteren Nervenkitzel (nachdem meine Eltern eine Nacht in einem unbeheizten Zimmer mit frierendem Atem und wir alle zunächst unpassierbar erscheinende Flüsse überlebt bzw. überquert haben;) -

nämlich einen 
Tandem Skydive !!!

Ehe ich mich's versah, war ich ebenfalls mittendrin- angesteckt von Julian und Christine, unterschrieben wir ein Blatt Papier mit unseren Angaben (inklusive Namen und Telefonnummer des nächststehenden Verwandten!!!), wurden gewogen (besser nicht schummeln diesmal...mmh!) und schon ging's dick verpackt und angeschnallt an den netten Tandem Master (siehe nächstes Bild ;-) hinauf auf 12,000 ft - oder umgerechnet 4.000 m !!

Das war soooooo schön - Ich hatte ja keine Ahnung und dachte immer nur, das sei was für verrückte Adrenalin-Junkies die schnell viel Geld loswerden wollten!
Dabei war der Moment, als sich der Fallschirm öffnete und wir mit Blick über die gesamte Nordinsel und das fantastische See/Bergpanorama das sich ausgehend von Taupo bot, einfach nur genial: nämlich friedlich und still. Kein Laut, kein Mucks, einfach nur herrliche Stille und Eindrücke ringsum in schwebenden 2000 m ... WOW ! Herrlich. 

Aber mindestens genauso gut das Gefühl, wieder heil auf der Erde angekommen zu sein ... 






Apropos angekommen: Hier sind wir nun - Mama, Papa und ich - im Weinbaugebiet von Hawke's Bay, Napier angekommen, wo wir - ihr könnt es natürlich bereits erraten - einige der hier ansässigen Weingüter "verkostet" haben:-)

Mit dabei war ein morgendlicher "Art Deco"- Spaziergang in Neuseelands Jugendstil-Stadt Napier, welche nach einem verheerenden Erdbeben zu Beginn der 1930er Jahre fast vollständig wieder aufgebaut wurde- und zwar fast ausnahmslos im Sinne des anderswo florierenden Jugendstils (die Vergleiche gehen bis Kalifornien oder Miami, und tatsächlich ist die Atmosphäre dieser 50.000 Einwohner zählenden Stadt hier an der Ostküste Neuseelands wirklich außergewöhnlich. Sehr hübsch- fast zu schade, um nur einen Tag zu bleiben!

Morgen schon geht es weiter nach Wellington und von dort kommenden Sonntag den 13. Juli auf die Südinsel: Planung ist weiterhin flexibel bzw. je weiter südlich wir gelangen, desto wetterabhängiger wird diese! (Schnee? Eis?! Gesperrte Strassen/Pässe?) Man kann nie so genau wissen. Nun wir werden sehen! Ich melde mich jedenfalls von dort wieder, hoffentlich weiterhin mit guten Nachrichten - Julian und Christine kurven dieser Tage ja vertrauensvoll in meinem "good old car" entlang des East Cape auf eigene Faust herum (inklusive Stop am östlichsten Punkt Neuseelands- der erste Sonnenaufgang der Welt...!) aber ihr könnt beruhigt sein schon in kurzer Zeit treffen wir uns alle wieder und überqueren gemeinsam die Cook Strait hinunter auf die Südinsel.. hinein in mein Reich, die Gegend in der ich im Rahmen von Creative Tourism die meiste Zeit verbracht habe :-)

Bis bald!

PROST

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