
Am Mittwoch den 16. Juli hieß es auf zu den “Post- karten- stränden” Neuseelands … eine Wanderung entlang der Golden Sand Beaches des Abel Tasman National Park, am nördlichen Zipfel von Neuseelands Südinsel gelegen.
Früh mussten wir aufbrechen, um um 9:00 rechtzeitig beim “Abel Tasman Aqua Taxi” zu sein, dass uns bis zum gewünschten Strandabschnitt für die Wanderung transportierte: ein blitzschneller Taxiservice über Wasser, cool!
Dort sind wir dann durch üppige Farnwälder und über einsame goldfarbene Strände marschiert bis zur noch einsameren Awaroa Lodge, einer Vierstern-Eco-Lodge am nördlichen Ende des Nationalparks.
Ganz “hoch oben” erwartete uns dann Golden Bay, Neuseelands “Hippie-Paradies” und tatsächlich haben wir uns auch erst mal alle wieder in “Teufels Küche” – Dangerous Kitchen zum Abendessen wieder gefunden. Mmmh- Riesenpizzas und heitere Kellner markierten die Atmosphäre in Takaka,hehe.

Am darauffolgenden Tag, Donnerstag den 17. Juli, haben Mama, Christine und ich dann kurz vor der berühmten Sanddünenlandschaft von Farewell Spit an einem flax weaving workshop teilgenommen. In Zuge dessen haben wir gelernt Körbchen, Blumen und kleine Tischmatten aus harakeke (neuseeländischem Flachs) herzustellen! Dies war der allererste Creative Tourism workshop an dem ich vergangenen Sommer hier teilgenommen habe, und es war schön Künstlerin Maureen Harte nach so langer Zeit wieder zu treffen …!

Der späte Nachmittag brachte außer wunderschöner Landschaft (Wharariki Beach, an der Westküste mit spektakulärer Abendansicht) noch den absoluten Höhepunkt unserer Reise, was die Natur/Tiererfahrung anging: Durch die Ebbe entstanden in einigen Felsen kleine Pools, in denen sich in unmittelbarer Nähe von uns zahlreiche Robben tümmelten – nur einen Meter von uns entfernt!!!!! Aber echt, Wahnsinn! Diese sprangen, tauchten, drehten sich, spielten mit Fischen, und kamen direkt an Land um uns zu beäugen! So lieb – wir konnten uns gar nicht losreißen und übersahen beinahe die Flut, die sich langsam zwischen uns und den restlichen Strand schob … ;-)

Abends haben wir noch Grant Knowles und Clair besucht, bei denen ich damals im Rahmen meiner wwoof-Erfahrungen für eine Zeitlang wohnte… herrlich. Ein weiteres spannendes Kapitel für die Familie im Sinne der Begegnungen mit echten Kiwis *grins* !

Ab Freitag den 18. Juli waren wir dann wieder für einige Zeit getrennt unterwegs- Julian und Christine fahren auf der Südinsel ja in einem eigenen Mietwagen immer der Nase äh Lonely Planet nach!- und so ging es für die Eltern und mich über viele Kilometer hinein in den nördlichen Teil der Südalpen und wieder an die Küste: Neuseelands spektakuläre West Coast, geprägt von schäumendem Meer, enger Küstenstraßen und steil aufragender Berge (alles innerhalb weniger hundert Meter) – Mamas erklärte Lieblingslandschaft weil “do is wenigstens wos los!!!” ;-) “sonst siehst immer nur die Schafe Kopf unten und da bewegt sich nix – höchstens wenn sie mal den einen oder anderen Schritt machen …!”

Der HÖhepunkt unseres Aufenthalts an der West Coast bestand in den bizarren Felsformationen der Pancake Rocks-Gesteinsschichten die aufgetürmt wie Palatschinken aussehen und zwischen denen bei Flut auch die Gischt hervorspritzt (leider hat es für diese sensationelle Ansicht nicht gereicht- da hätten wir vermutlich ein paar Stunden länger warten müssen…). Interessant anzusehen waren diese Felsen jedoch allemal !!

Einen Tag später sind wir dann über den zweiten Alpenpass, Arthur’s Pass, wieder hinüber an die East Coast gefahren, um uns in Christchurch mit Julian und Christine sowie der Familie Rutherford wieder zu treffen, bei der ich ja einen Teil meines Aufenthalts hier in Neuseeland verbracht habe ! So fein alle wieder zu treffen – das Reunion Dinner in der Stadt letztes Wochenende war ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts hier.

Genug vom schlechten Wetter, haben wir den darauf folgenden Morgen (Sonntag den 20. Juli) mit Sonnenschein ausgenutzt, um eine Wanderung auf den Hügeln östlich der Stadt, am Beginn der Banks Peninsula, zu machen. Diese wurde einst von mehreren Vulkanausbrüchen geschaffen und bietet heute ein spektakuläres Panorama auf die umliegende Stadt sowie die dahinterliegenden Südalpen Neuseelands.

Der Beginn dieser Woche stand ganz im Zeichen weiterer künstlerisch-kreativer Tätigkeiten: in John the Bone Dude’s carving studio haben gleich 40 flinke Finger an sensationellen bone carvings gearbeitet! In nur zweieinhalb Stunden hatten Mama, Julian, Christine und ich unsere Anhänger fertig und somit das ultimative, selbstgefertigte Schmuckstück aus der Zeit in Neuseeland hergestellt. Auch bei John habe ich schon mal geschnitzt und so bereits meinen zweiten Anhänger fabriziert- pst- ein Geschenk für jemand ganz Besonderen … ;-)
Der Nachmittag führte uns alle gemeinsam auf eine Erkundung der kleinen Hektor Delphine, die nur entlang des Küstenabschnitts nahe Christchurch vorkommen. Diese haben wir vom Boot der Blackcat Cruises, dem lokalen Veranstalter aus beobachten können- so lieb und ganz neugierig, werden die Delphine vom Lärm des Bootes unter Wasser eher angelockt als abgeschreckt (“ecotourism” …? ).
Julian und Christine sind dann Richtung West Coast aufgebrochen, während wir die restliche Banks Peninsula mit einem Besuch des netten, “französischen Städtchens” Akaroa ausklingen ließen … Dort landeten im 19. Jhd. Die Franzosen und hätten beinahe die gesamte Südinsel vereinnahmt, wenn ihnen die Briten nicht um ein paar Wochen zuvor gekommen wären,hehe. Wer weiß, vielleicht wären die Neuseeländer sonst heute gar zwei oder dreisprachig (Maori, Englisch & Französisch;-).

Birdlings Flat mit mehreren Kilometer Kieselsteinstrand und ärgsten Windböen markierte noch einen Zwischenstop vor dem Besuch des Waipara Weinbaugebietes nördlich von Christchurch: Bedingt durch das schlechte Wetter und die kalte Jahreszeit sind wir von dort aus kurzerhand in das Thermalresort von Hanmer Springs gefahren, ca. eineinhalb Stunden nördlich der Stadt mitten in den Alpen.
Regen, Regen, Regen, und das über zwei Tage lang, doch die heißen Schwefelquellen und ein paar nette Massageeinheiten im Spa-Bereich ließen uns wieder aufleben!

Heute sitzen wir nach einer Tagesfahrt entlang der Ostküste über Kaikoura wieder in Blenheim und hoffen morgen trotz des schlechten Wetters mit der Fähre wieder nach Wellington zu gelangen. Dort winken noch ein Aufenthalt im “museum hotel” nahe des Te Papa Museums sowie ein letzter Abend im Kreise der Familie, bevor es für diese über Hong Kong wieder in die Heimat (und den heißen Sommer?) zurück geht … aber diese kommt ja auch hier wieder bestimmt. Schon bemerken wir, dass die Tage wieder länger werden, die Sonne wieder warmer scheint, und wenn Wind und Wetter nachlassen die ersten zarten Frühlingsgefühle entstehen … (nun … man wird ja noch träumen dürfen;)
Alles Liebe und bis bald from down under
Elli & the family !
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