Sunday, 8 June 2008

Golden Bay

Früh neigen sich Neuseelands Tage dem Ende zu ...
Klare Nächte kündigen von Frost... (und das vor allem, wenn Milchstraße, Jupiter, Venus oder das berühmte "Kreuz des Südens" besonders kräftig am Himmel erscheinen...;) 
Und "überleben" tut man am besten, indem man weiß wie man ein (Kamin)feuer anfacht... ;-) !!

Tena Koe! Welcome back to life in Aotearoa New Zealand ... :-)

Vor genau zwei Wochen bin ich bei Grant Knowles (creative artist, networker, Trommler, Musiker und Trommel-Hersteller) in Golden Bay gelandet, nachdem ich in Neuseelands WWOOF-Verzeichnis auf die interessante Beschreibung des "Happy Acre"gestoßen bin  (LOVE, LAUGHTER & LIFE - Tribull Drums). Dieser befindet sich ganz im Nordwesten der Südinsel, und damit ihr euch besser vorstellen könnt wo das liegt (abgesehn vom "anderen Ende der Welt"..:) habe ich hier diese Karte hinzugefügt!

Golden Bay ist wirklich einzigartig. Das fing schon mit der Anfahrt aus der "Zivilisation" an: Dieses Fleckchen Erde, welches in den 70er Jahren eine Schar von hippies/'alternative lifestylers' anzog (siehe heutige Nachfahren und Kommunen-Reliquien*g*) ist einzig und allein über eine einsame Passtraße von Osten her erreichbar. 
Wunderschön, wenn man die Hügel hinunter fährt (siehe erstes Bild) und der 'local community' von 3500 Leuten begegnet: größtenteils 'farmers' vs. hippies/'alternative lifestylers, bei denen ich mich jedoch für einige Zeit sehr wohl gefühlt habe...*grins*.
Magische Landschaften (gleich zwei Nationalparks ringsum- Abel Tasman und Kahurangi National Park mit einer Ausdehnung von über 4.150 Quadratkilometer), einsame Strände, die besondere Sanddünenlandschaft rund um Farewell Spit ganz im Nordwesten... und als ob das nicht schon genung wäre, jeden Tag schönes Wetter mit Temperaturen bis zu 15 Grad ...
... wo will man da glauben, dass eigentlich Winter herrsch(en sollte)? (wenn man Juni als Umkehr zu Dezember auf der Nordhalbkugel sehen möchte)

Nun, bei diesen atemberaubenden Tagestemperaturen habe ich mich erst mal an die kalten Nächte gewöhnen müssen und als Teil meiner Erfahrungen bei den Kiwis in Golden Bay gelernt, dass die Zentralheizung wohl wirklich ein Privileg der europäischen Vorfahren/Zeitgenossen ist... mh! 
Aber Feuerholz sammeln und dann gemütlich vor dem Kamin weilen kann auch eine wunderschöne Stimmung erzeugen... und den Beginn einer weiteren Freundschaft markieren:)

So geschehen hier in Golden Bay... weswegen ich gleich um eine Woche Aufenthalt verlängert habe- und noch eine ganze Weile mehr hätte ich es hier ausgehalten vermute ich.. :)

Hier möchte ich euch nun also von meiner Zeit bei Grant Knowles & den Trommeln ("Tribull Drums", so der Name seines Unternehmens) erzählen.

Das folgende Foto zeigt euch die Veranda des Hauses wo wir morgens immer gemütlich unsere Tasse Tee/Kaffee eingenommen haben! Es gelingt in dieser idyllischen Landschaft, in der nie Stress aufkommt und fast immer gutes Wetter herrscht, eigentlich nicht, vor 9 bzw. 10 am Vormittag mit der Arbeit zu beginnen, und auch nachmittags ist meist rund um 3 / 4 Uhr Schluss. Tatsächlich 'opfern' viele Menschen hier die Vorzüge eines solch ruhigen Lebens der Möglichkeit, viel Geld zu verdienen und arbeiten oft auch nur halb- oder dreivierteltags*g*. und genießen die restliche Zeit ihre kleinen Grundstücke, die Früchte der kleinen Feldarbeit (von Zitronenbäumen bis Fisolen wächst so ziemlich alles hier) und geben sich damit relativ zufrieden... so zumindest mein Eindruck während der Zeit die ich hier war- unter dem Touristenstrom im Sommer sowie den längeren Tagen mag das alles noch mal anders sein! Auf jeden Fall ein interessantes (Gedanken)experiment.. :)

Die Trommeln im Vordergrund auf dem Bild hier oben markieren ein weiteres Highlight meines Aufenthalts hier: ja,ich habe durch meine WWOOF-Erfahrungen tatsächlich auch etwas Trommeln gelernt;-) Die gute Nachricht ist: der Grundrhythmus ist sehr einfach und jeder kann ihn lernen; schwieriger sind dann die Variationen und Kombinationen verschiedener Takte, aber auch hier gilt: Spaß und Freude am Improvisieren kommen vor strengen Regeln... geht gar nicht anders in einer entspannten Umgebung wie dieser!

Weiters habe ich in Grant totale Begeisterung und Energie für Idee von Creative Tourism NZ angeht und mit ihm so manche Strategie und Idee für einen weiteren Ausbau des Netzwerkes entwickelt (siehe meine momentane Zusammenarbeit mit WWOOF NZ und die kommende Tage im 'headquarter' der Organisation nahe Nelson)... 
Dazu habe ich auch einige seiner Künstlerfreunde in der Bay besucht bzw. kennen gelernt (u.a. war ich auch Teil einer richtigen Hippie-Hochzeit in einer Kommune namens Happisam*g*), die auf wunderschönen Grundstücken mit folgendem Ausblick leben: 
ganz nach dem Motto 'wer da nicht kreativ wird, ist selber schuld'... :-) 
Dem geht natürlich die Möglichkeit voran, sich ein derartiges Grundstück überhaupt leisten zu können, was die momentane Situation in Golden Bay wiederspiegelt: Viele Einwohner sind (reiche) Einwanderer aus Übersee (USA, UK, D,..) die sich hier mit Geld niederlassen und in krassem Gegensatz zu den Landwirten/Schafe/Kühe bzw. einfachen 'hippies' leben... 

und ja, hier haben wir die kleine 'hippie' in Person
:-D 

PS: Das ist tatsächlich eine Menge Knoblauch das ich da halte- Grant liebt Knoblauch, und hat mir verraten wie er den einzulegen pflegt: mittels Apfelessig, braunem Zucker, verschiedenen Gewürzen (Muskat, ginger, Zimt..) und- einem Schuß Wasabi!*g*

Hier ist noch ein Bild von Clair aus England, seiner Freundin, die ebenfalls als wwoofer einst nach Golden Bay kam und nun seit zweieinhalb Jahren hier bei ihm lebt und ebenfalls zu einer der (Überlebens)künstler mutiert ist! 
Hier sieht man sie bei der Präsentation ihres Kunstwerks "Full Freedom of Expression"!! Wir haben uns echt gut verstanden und das eine oder spannende Erlebnis gehabt/Diskussion geführt. Hm :-)

Nun bin ich wieder in Nelson, 120 km weiter östlich angelangt, wo ich voller Energie und Enthusiasmus weiter an meinen Ideen / Kontakten / networking für Creative Tourism tüftle, doch zuvor möchte ich noch folgenden Eindruck mit euch teilen...

Dieses Bild zeigt mich vergangene Woche auf Farewell Spit, wo ich während eines mehrstündigen tracks zusammen mit Grant und Clair die Magie dieser einzigartigen Dünen-/Küstenlandschaft erfahren durfte... beim Zurückmarschieren an Land (siehe Bild) kämpften wir mit Gegenwindspitzen bis zu 60/70 km/h!!! Der Sand blieb jedoch am Boden (gottseidank) und so konnten wir uns relativ glimpflich unseren Weg zurückbahnen;-) 
Atemberaubend.
Wie wahr..



Happy greetings to all of you

Tena Koe,
Ka kite ano

elli :)

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