
Am Donnerstag den 27. März 2008 hatte ich ein Date … mit Maddie aus Massachusetts, USA, im Christchurch City Hostel:-) Total nettes Mädl. Hab sie über eine Annonce für eine Mitfahrgelegenheit kennen gelernt. Hat “wwoofing” gemacht, interessiert sich für Musik, Natur und knüpft neben mir ihre eigenen Bänder/Ketten, und ist überhaupt total relaxt;) So kam’s dann auch, dass wir unterwegs auf unserer Fahrt noch eine Französin, Estelle, von der Straße aufgelesen & mitgenommen haben (ganz im Sinne des berühmten hitch hikings- keine Sorge, ungefährlich bei lauter charmanten jungen Damen;-) Hier seht ihr die beiden- Maddie rechts und Estelle links.
Mein liebes Auto hat alle Bergstrecken gut geschafft und uns über 900 m hinauf nach Arthur's Pass und wieder hinunter getragen… auch wenn ich ein paar Mal ganz schön zurückschalten musste hehe. Aber ich hab sie lieb gewonnen die Gute (“she’ll be right” im Sinne Neuseelands - was ich hier immer zu hören bekomme J) Bin sooo unendlich froh dass alles rund läuft, und horche stets auf Anzeichen aus dem Motorraum aaah*g*. Soweit so gut…hehe.


So sieht hier übirgens die Strasse entlang der Nationalparkregion in Arthur’s Pass aus …und jetzt seht euch mal diese Brücke an – echt unglaublich, in ganz Neuseeland scheint es nur “one way lane bridges”, also einspurige Brücken zu geben, auf denen man stets darauf achten muß, ob einem nicht ein Fahrzeug entgegen kommt… auf meine Fragen nach dieser “rückschrittlichen Einrichtung” bekomme ich immer nur zu hören, Brücken zu erweitern sei zu teuer… na gut. Leben ja auch “nur” vier Millionen Menschen hier… zahlt sich also quasi nicht aus*g*.

Bald nach Verlassen des dicht bewaldeten Nationalparkgebietes öffnet sich der Horizont auch schon wieder und gibt den Blick frei auf die sagenhafte “West Coast”, angeblich Neuseelands schönste Landschaft, wo Berghänge & Gletscher direkt ins Meer münden… Nun, ersteres haben wir in abgeschwächter Form bereits erlebt, und zwar indem wir die berühmten Pancake Rocks (oder wörtlich “Palatschinken Steine” *grins*) nahe des Küstenortes Punakaiki besichtigt haben! Ein Stop am Meer durfte nicht fehlen… vor allem wenn die Fahrerin aus einem Binnenland stammt! Herrlich. Die Luft am Meer, das Rauschen der Wellen …
Doch nun zu den “Pancake Rocks”. Geologen rätseln immer noch um die Entstehung dieser charakteristischen Felsschichten, die an aufgetürmte Palatschinken erinnern. Schon witzig, vor allem wenn man sich noch einen “Maple Sirup”-Guss darüber vorstellt (Einwurf aus Amerika, hehe). Nein im Ernst, diese Steinformationen folgen Jahrmillionen von erdgeschichtlichem Tumult entlang Neuseelands “fault line” – der berühmten Linie, wo die australische und pazifische Platte zusammenstoßen, die in einer Nord-Süd-Bewegung oftmals Erdbeben auslösen und das Land kontinuierlich verändern… ganz Neuseeland driftet quasi auf einem riesigen Förderband, das in der Mitte einen gewaltigen Riss sowie ringsum ein paar kleinere hat – Landbewegungen, Vulkaneruptionen und andere schöne Dinge inklusive… hm. Ein mulmiges Gefühl? Nun ich muss sagen, ich bin eher fasziniert von diesen Tatsachen… (hab ja auch noch kein Erdbeben erlebt, kann man an dieser Stelle einwerfen;). 
Die Eigenart der Steine folgt jedenfalls den Schichten am Meeresgrund, die unter ihrem Eigengewicht zusammengepresst zu Stein geworden sind und Jahrmilionen Jahre später aus dem Meer gehoben wurden, um nun diese sagenhafte Küstenlandschaft zu formen. Erosion durch Wasser und Wind lässt sie dann in ihrer heutigen Form erscheinen… Schön.

Zu guter Letzt haben wir an dieser Stelle auch einen zahmen Küstenbewohner beobachten können, den neuseeländischen “Weka”-Vogel, der ganz zutraulich neben dem Küstenpfad zu den Pancake Rocks entlang spaziert ist … sieht ein bisschen aus wie ein Kiwi, nur größer und weit häufiger als der Nationalvogel Neuseelands, den man in freier Wildbahn kaum mehr sehen kann (war/ist ein gefundenes Fressen für Hunde, Marder, Wiesel und ähnliches Getier, das aus Europa eingeschleppt kam).
Nun, das war dann auch schon unser Aufenthalt nahe Punakaiki – wir haben dann in Hokitika übernachtet, das neben dem Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts (fast ein bisschen wie im Wilden Westen – Klondyke & Kolonialarchitektur der frühen europäischen Siedler um die Jahre 1860 lassen grüßen) vor allem für seine Jadeproduktion bekannt ist … besser bekannt unter dem Namen “pounamu” (Maori) oder “greenstone” (engl.) und man kann auch lernen, diese Steine zu bearbeiten und zu schnitzen …könnt ihr euch schon denken, was als Nächstes kommt?
:-)
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