Welcome to the bush of New Zealand's most remote wilderness area !Ja, so sieht sie hier tatsächlich aus, meine Arbeitsstätte. ;) An diesem Ort beginnen wir jeden Tag unsere Glühwürmchen-Höhlen-Exkursionen. Die "Luminosa", unser Ausflugsschiff das uns sowie unsere Gäste über den See von Te Anau bringt, versorgt uns täglich mit ein paar hundert Leuten- 84 davon finden mit einem Mal auf dem Boot Platz. Meist haben wir so im Schnitt an die 60 Leute, die wir dann in fünf oder sechs kleinere Gruppen aufteilen.

Dieses Foto zeigt den Eingang zu den Aurora Höhlen, die insgesamt sieben Kilometer lang sind und am höchstgelegenen Punkt, im Berg drinnen, 230 000 Jahre alt sind. Das untere Ende, wo das Wasser herausschießt und in den See mündet, ist "nur" 12 000 Jahre alt und wird immer noch aktiv vom Wasser geformt. Daher gibt es da drinnen auch noch keine riesigen Stalaktiten oder Stalagmiten, sondern nur kleine "Babies" von ca. 400 Jahren (oder 3 cm lang).
Und Glühwürmchen ! Die ursprünglich aus dem Wald in die Höhlen ausgewandert sind (hm "eingewandert" müsst's eigentlich heißen :)

Hier zu sehen, auf diesem Bild, ist so ein Glühwürmchen. Diese "Fäden" die da von dem Würmchen runterhängen, sind wie das "Spinnennetz" einer Spinne: Die Glühwürmchen hängen diese "fishing lines" eine nach der anderen rund um sich auf (zwischen 2 und 15 cm lang), und locken gleichzeitig mittels ihres Lichts Insekten an (ihr Bauch glüht dank chemischer Botenstoffe- je hungriger, desto heller leuchten sie !! :).
Die Insekten, die so angelockt werden, fangen sich dann in Fäden und bleiben kleben (werden noch dazu gelähmt). Die Glühwürmchen fressen dann den "zappelnden Faden" ganz einfach wieder auf und wenn sie zu der Fliege, Mücke, die sie gefangen haben kommen, beißen sie hinein und saugen diese von innen aus... jaja "also liebe Kinder- don't reach out and touch the glowworms, or they'll bite you and suck you inside out!" :-D
Nein Scherz. Das erzählen wir den Kindern, damit sie nicht hinaufgreifen und die kleinen Glühwürmchen zerquetschen. Die sind nämlich nur so groß wie ein Streichholz... und in der Grotte kommen wir ihnen sehr sehr nahe, da kann man dann schon richtig die Höhle ringsum sehen rein vom Licht der kleinen Würmchen. Schon faszinierend..

Ist also ganz ein spannender Job! Und die Glühwürmchen "verändern" sich ständig- manche fressen gerade und dann ist "das Licht ausgegangen", sprich sie locken keine Insekten mehr an. Oder Junge schlüpfen (vor ein paar Wochen, zu Beginn des Sommers) und breiten sich im Inneren der Grotte wie eine Sternenexplosion (ähnlich dem Effekt einer "Milchstraße") aus... Das schaut dann sooooooo schön aus, bin immer noch ganz hin und weg (und das nach fast drei Monaten hier nun..).
Es gibt hier keine Routine, so sehr wir auch "daran arbeiten", hehe. Nicht nur verändert sich die Natur (Sonne, Regen- mehr Wasser, tosender Wasserfall, die jungen Glühwürmchen..), sondern auch "wir": Ich arbeite jeden Tag mit einem anderen Team (alle haben zu unterschiedlichen Zeiten/ Tage frei- meine sind Sonntag & Montag, andere haben Dienstag/ Mittwoch oder Samstag/ Sonntag frei), dann natürlich ist das Publikum immer ein anderes: Israelis, Argentinier, Inder, Japaner, Chinesen, Koreaner, "Europäer" (Deutsche, Holländer, Engländer...) Australier und Amerikaner natürlich... Kiwis... das Fenster zur Welt.
Gschwind improvisiert, und schon mach ich Führungen auch auf Deutsch, Spanisch oder Französisch (Englisch ist ja standard). Deutsch ist gar manchmal "schwierig", da ich dann alles vom Englischen übersetze und na- das kommt oft äh lustig raus ! "also die Steine hier.. äh, das Gestein.." (ah ja, Gestein! net Steine.. - rocks;-)
Na und dann auch ab und an, sind ein paar Österreicher dabei hehe. ;-) Das ist immer recht lustig.!- niemand erwartet wohl, am "anderen Ende der Welt", "hier ganz weit unten", auf eine kleine Österreicherin bei den Führungen zu treffen :)

Allen Menschen (uns die wir arbeiten, sowie den Besuchern) ist gemein, dass wir stets aufs Neue fasziniert sind von dem, was wir präsentieren bzw. erleben... das Wasser das da rauscht, donnert und durch die Höhlen schießt und eine Ahnung davon vermittelt, wie diese Höhlen überhaupt entstanden sind (nach dem letzten Eiszeitalter und dem Abschmelzen der Gletscher hoch oben in den Bergen), dann weiter drinnen der komplette Kontrast mittels der totalen Stille und dem Leuchten von Hunderten kleiner Glühwürmchen.. die kleine Wanderung durch den Wald und die DVD-Präsentation in unserem "cavern house" (Besucherzentrum), wo wir die Besucher über all die Hintergründe (Nationalpark, seltene Takahe-Vögel und die Höhlen/Glühwürmchen selbst) aufklären.
Ja, so schauts aus !
Lust auf mehr?
Hm. Würd euch gern eine persönliche Führung anbieten... Glaub wir haben da aber ein bisschen ein Problem mit der Anreise... ähm..
bis auf zwei Spezialisten... Die mich tatsächlich besuchen kommen werden. :) :) :)
Bis zum nächsten Mal aus dem fernen Neuseeland,hoffe ihr habt nun ein bisschen mehr Einblick in meinen Alltag bekommen !
eure schwer arbeitende Elli von den Glühwürmchen :)
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